Update-Notwendigkeit gegenüber Kund:innen begründen
Wenn der Long-Term-Support (LTS) einer Contao-Version endet, erhält sie nur noch für 12 Monate sicherheitsrelevante Updates – danach ist endgültig Schluss. So war es zum Beispiel bei Contao 4.9: Mit dem Support-Ende wurde das Update auf die nächste LTS empfohlen.
Wenn du als Agentur mehrere Kunden-Websites betreust, die auf einer auslaufenden Version laufen, ist das Support-Ende der richtige Zeitpunkt, die Notwendigkeit des Updates zu besprechen und einzuplanen. Denn wie bei der Abschaltung veralteter PHP-Versionen schiebt man so einen Termin gerne Wochen oder Monate vor sich her – ist ja noch Zeit – und bevor man sich versieht, ist die Übergangsfrist abgelaufen.
Da es nicht immer leicht ist, Kund:innen die Notwendigkeit eines Contao-Updates klarzumachen, hier ein paar Argumente, die du im Gespräch einfließen lassen kannst:
1. Sicherheitslücken beheben
Jeden Monat werden Sicherheitslücken und Bugs in Contao oder dem Symfony-Framework (auf dem Contao basiert) entdeckt. Werden diese nicht behoben, könnten Hacker sie ausnutzen, um Inhalte zu verändern und Schadcode einzuschleusen.
Dabei sind von einem Hacker-Angriff betroffene Websites längst nicht mehr so leicht zu erkennen wie früher. Früher wurden gehackte Websites oftmals mit eindeutigen P*rno-Inhalten versehen, sodass Unternehmen vor allem einen Imageschaden davontrugen.
Doch heutige Hacker sind schlauer. Sie verändern zum Beispiel zum Download angebotene Dateien, die dann Trojaner enthalten, um damit Website-Besucher:innen erpressen zu können. Oder sie lassen Programme auf dem Server laufen, um Kryptowährungen zu generieren. Solche Hacks werden unter Umständen erst nach Wochen oder Monaten erkannt und richten einen wesentlich größeren Schaden an.
Deswegen verlangt auch der Bund, regelmäßige Updates der Website durchzuführen. Der Gesetzgeber möchte sicherstellen, dass persönliche Daten bestmöglich gegen Angriffe geschützt sind. Daher müssen Websites grundsätzlich dem aktuellen Stand der Technik entsprechen, oder sie können abgemahnt oder zu einer Geldstrafe verurteilt werden (siehe auch IT-Sicherheitsgesetz).
2. Auch Hoster machen Updates
So wie Contao sich ständig weiterentwickelt, werden auch die zugrundeliegenden Technologien wie PHP und MySQL stetig weiterentwickelt. Davon merkt man als Kund:in in der Regel nichts, weil der Hoster diese Updates oft unbemerkt durchführt.
Es sei denn, eine Version gilt als veraltet und wird vom Hoster abgeschaltet – so wie es etwa bei PHP 7 der Fall war. In diesem Fall muss Contao auch mit der nachfolgenden PHP-Version kompatibel sein. In der Regel ist eine PHP-Umstellung für eine Contao-Installation kein Problem – sofern die Contao-Version diese PHP-Version bereits unterstützt.
Nur mit regelmäßigen Contao-Updates lässt sich sicherstellen, dass die Website für kommende Updates des Hosters gerüstet ist.
3. Neue Funktionen
Für viele Unternehmen sind neue Funktionen zunächst einmal eher „nett" als „wirklich notwendig". Deswegen steht dieser Punkt auch am Ende. Trotzdem kommt es immer wieder vor, dass Unternehmen sich gegen ein großes Update entscheiden, dann aber Funktionen vermissen, die in dieser Version eingeführt wurden.
Wer also das Maximum aus Contao rausholen möchte, sollte regelmäßig Contao-Updates durchführen lassen.
Mehr Argumente, warum regelmäßige Updates und Backups zur Pflicht gehören, findest du in Warum regelmäßige Updates so wichtig sind. Und wenn konkret ein Sprung von Contao 4.13 auf Contao 5 ansteht: Sicherer Update-Pfad: von Contao 4.13 über 5.3 auf 5.7.