Halbe Sachen
· von Dennis Erdmann
Moin!
Ich habe eine Schwäche für halbe Sachen. Zumindest bei Software.
Denn viele gute Ideen sterben nicht daran, dass sie schlecht sind. Sie sterben daran, dass jemand wartet, bis sie perfekt sind (ich spreche aus eigener Erfahrung).
Da liegt eine Idee für eine kleine Contao-Erweiterung auf dem Schreibtisch. Der Grundgedanke funktioniert. Das eigentliche Problem ist gelöst.
Aber dann kommen die Gedanken wie:
- Reicht das?
- Die Einstellungen müssten noch schöner werden.
- Und eigentlich könnte man noch dieses eine Feature ergänzen (Spoiler: es wird immer dieses eine Feature geben).
Aus einer Stunde werden dann mehrere Tage Arbeit. Und oft genug wird am Ende gar nichts veröffentlicht.
In den letzten Monaten habe ich deshalb versucht, öfter halbe Sachen zu veröffentlichen. Nicht unfertigen Murks. Aber Lösungen, die bereits ein echtes Problem lösen.
Ein gutes Beispiel ist die kleine Erweiterung, die auf veraltete Contao-Versionen hinweist. Oder der Contao Update Check. Oder die Status-Update-Erweiterung.
Sogar die neue Version der Theme Toolbox zeigt nur einen Teil der geplanten Funktionen. Frontend-Theme-Editor und Live-Update sind nice-to-have, aber nicht zwingend notwendig. Die Theme Toolbox liefert auch so schon einen großen Mehrwert.
Und das Interessante daran: Erst nachdem andere Menschen sie genutzt haben, wurde klar, was wirklich noch fehlt. Und das war nicht unbedingt das, was ich mir vorher ausgedacht hatte.
Gilt das nur für Erweiterungen? Ich denke nicht.
Auch neue Angebote (dazu bald mehr), Prozesse, Websites oder Ideen können von einer frühen Version 1.0 profitieren. Manchmal ist das die schnellste Möglichkeit, um herauszufinden, wie eine Version 2.0 aussehen sollte. Und manchmal ist eine halbe Sache deutlich wertvoller als eine perfekte Sache, die nie das Licht der Welt erblickt.
Woran arbeitest du gerade, das eigentlich schon längst veröffentlicht werden könnte?
Erstma',
Dennis