Erwischt! Ach ne, doch nicht 🧐 [Storytime]
Moin!
Fassungslos las ich die Mail erneut:
„… wir möchten hiermit klarstellen, dass im Internet gefundene Bilder somit nicht ohne Nutzungsberechtigung verwendet werden dürfen. Die bloße Tatsache, dass ein Bild online öffentlich zugänglich ist, bedeutet nicht, dass es gemeinfrei ist oder ohne Genehmigung genutzt werden darf.“
Haben die meine Mail überhaupt gelesen?!
Aber von vorne: Ich habe auf einer unserer Websites ein Bild von der Erde aus dem All verwendet. Ende Januar bekam ich dann eine Mail mit dem Hinweis, dass ich das Bild wohlmöglich ohne erforderliche Lizenz verwenden würde.
Erst dachte ich, dass ich vielleicht wirklich einfach „ein Bild bei Google“ verwendet haben könnte. Also die alte Photoshop-Datei gesucht. Gar nicht so leicht, wenn das Bild schon ein paar Jahre her ist. Die Datei geöffnet und erstmal durchgeatmet. Denn …
Das von mir verwendete Bild wurde von der NASA gemacht und ist gemeinfrei. Es ist explizit erlaubt das Bild auch für kommerzielle Zwecke zu nutzen.
Aber die Bildagentur, die hier behauptet die Rechte an dem Bild zu haben, hat die „Blue Marble“, wie das Bild offiziell heißt, ebenfalls als Grundlage genommen, freigestellt und eine Spiegelung hinzugefügt.
Freundlich wie ich bin, habe ich versucht, die Situation zu erklären, dass es sich nicht um das beanstandete Bild handelt. Leider erfolglos. Als Antwort kam das obige Zitat.
Und so habe ich nach vielen Jahren tatsächlich zum ersten Mal unsere IT-Haftpflicht kontaktiert und den Fall geschildert. Immerhin geht es hier um 350,- € Schadenersatz.
Auf eine Antwort musste ich nicht lange warten:
„… Bitte antworten Sie nicht auf die Anfrage von Copytrack. Anfragen dieser Art von dieser Gesellschaft werden auch von uns in diesem Anfangsstadium nicht beantwortet. Wir bitten Sie also höflichst, gemeinsam mit uns abzuwarten, bis Copytrack sich in dieser Sache gegebenenfalls noch einmal an Sie wendet, was hoffentlich nicht passieren wird.“
Seitdem bekomme ich alle 2 Tage E-Mails von Copytrack – inklusive passiv aggressiven Unterton. Ohne IT-Haftpflicht hätte ich vielleicht noch versucht, die Sache aufzuklären, hätte vorsorglich einen Anwalt kontaktiert. Stattdessen kann ich mich aber zurücklehnen, abwarten und Tee trinken (gegen die Grippe).
Drei Dinge habe ich aus der Geschichte bereits gelernt:
- nicht nett sein
- Lizenzen auch für gemeinfreie Bilder im Impressum angeben
- eine IT-Haftpflichtversicherung lässt mich besser schlafen
Sollte die Geschichte in eine neue Runde gehen (Deadline ist der 20.02. Antwort bzw. 28.02. Zahlung) schreib ich vielleicht nochmal drüber.
Erstma',
Dennis